EssayAkyao Toolbox
Warum Akyao eine IDE für Ideen ist – und wie kleine, fokussierte Werkzeuge den Weg von der Idee zum greifbaren Ergebnis verkürzen.
Hallo, liebes Universum da draußen,
wer bin ich?
Mein Weg bis hierhin
Nun ja, meine Familie, insbesondere meine Frau, und meine wenigen echten Freunde würden mich als eine in Gedanken versunkene Person beschreiben, die sehr viele gute Ideen hat, diese auch beginnt umzusetzen, aber niemals etwas zu Ende bringt. Streng nach dem Motto: ganz viel Potenzial, aber keine Fähigkeit, dieses auf die Straße zu bringen. Menschen, die mich nicht kennen, würden mich als einen Ruhrpott-Proleten beschreiben, der sich keine Mühe macht, sein Verhalten an die Etikette um sich herum anzupassen. Unrecht haben sie nicht, denn solange ich mit meinen Jungs auf dem Fußballplatz bin oder mich fernab meiner Rolle als Angestellter befinde, habe ich keine Lust, mich zu verstellen, nur um irgendjemandem zu gefallen. Ich mag es nicht, Rollen einzunehmen, auch wenn gesellschaftliche Zwänge es manchmal erfordern.
Mein beruflicher Werdegang ist ganzheitlich: Offizier bei der deutschen Marine, inklusive Studium der Elektrotechnik und Technischen Informatik. 2010 bin ich dann ausgeschieden und habe mich erst einmal für mehrere Monate in die kanadische Wildnis verabschiedet. Meine Familie hat nicht gedacht, dass ich lebend zurückkomme, denn meine Survival-Fähigkeiten habe ich in einem Dreitageslehrgang im Essener Stadtwald erworben. Irgendwie habe ich es dann aber doch geschafft, lebend zurückzukommen, und bin anschließend für einen deutschen mittelständischen Anlagenbauer als Softwareingenieur durch die ganze Welt gereist.
Als ich meine Frau kennengelernt habe, hat sich mein Leben absolut zum Positiven verändert. Sie ist Venezolanerin und hat mir die Augen dafür geöffnet, dass es zwar schön ist, in Deutschland und im Überfluss zu leben, es aber ganz viele Orte und Länder auf dieser Welt gibt, an denen das Leben nicht so komfortabel und materialistisch ist. Diese Erkenntnis hat mir geholfen, meine zwei Jahre in Indien mental und psychisch zu bewältigen, denn ich war dort beruflich fernab der touristischen Hochburgen im Einsatz.
Auch wenn meine Frau nicht bei mir war, war meine Zeit in Indien sehr wertvoll, denn ich habe wundervolle Menschen kennengelernt, die mir dabei geholfen haben, zu mir selbst zu finden. Als dieses Abenteuer vorüber war, bin ich mit meiner Frau beruflich für zwei Jahre in die USA gezogen. Wenn meine Frau und ich in dieser Lebensphase gefragt wurden, wo wir gerne dauerhaft leben würden, dann hätten wir beide gleichzeitig „in den USA“ geantwortet.
Ich will an dieser Stelle nicht zu politisch oder unfair werden, aber wir haben festgestellt, dass unser konservatives Wertebild nicht ganz in die amerikanische Kultur passt. Eventuell waren wir auch zu gutgläubig und wollten einfach unsere Ellenbogen nicht konsequent genug einsetzen. Wie auch immer, wir sind Amerika dennoch im Urlaub treu geblieben und haben zusammen mit unseren Jungs 2022 das Wetterphänomen Hurrikan erlebt. Wir waren nicht nur dabei, sondern mittendrin. Hier hat Amerika eine sehr positive Eigenschaft gezeigt, von der wir Deutschen uns sehr viel abschneiden können. Die Hilfsbereitschaft der Amerikaner in den ersten Tagen nach dem Hurrikan war überragend, und die Behörden haben alles Mögliche in kürzester Zeit getan, um die Infrastruktur wiederherzustellen.
Im Anschluss habe ich es bei einem großen Konzern in der Fabrikautomation in Nordhessen probiert. Die Konzernstrukturen haben mich absolut zermürbt, sodass ich einen Neuanfang in Krefeld gewagt habe. Dort habe ich für ein britisches Unternehmen erfolgreich eine Niederlassung als Geschäftsführer aufgebaut.
Jetzt bin ich an einem Punkt, an dem mit jedem Tag meine intellektuellen Fähigkeiten degenerieren. Kein Vorwurf an meinen aktuellen Arbeitgeber. Wir sind in einer Branche tätig, die sehr konservativ ist und in der Robustheit, Komfort und Bewährtes vor Innovation stehen. Wenn ich aber persönlich eine Offenbarung darüber hatte, was technisch heute möglich ist, und ich das zukünftige Potenzial fühlen und riechen kann, dann ist es schwer zu akzeptieren, dass ich weiterhin die Betonmauer mit einem Hammer einschlagen soll, obwohl der Bagger gerade erfunden wurde. Und wenn der Bagger dann auch nur 20 € Leasing im Monat kostet, ist es verständlich, wenn die Sorge in mir wächst, dass das Unternehmen in den nächsten Jahren große Schwierigkeiten bekommt.
AI als Verstärker
AI ist mittlerweile auf philosophischer Ebene ein sehr komplexes Thema geworden. Die einen verteufeln es, die anderen halten es für die Offenbarung. Ich denke, beides ist richtig, denn es kommt darauf an, wie ich diese Technologie für mich nutze. Ich sehe sie als Offenbarung an, denn sie ermöglicht mir, meine Kreativität über meine natürlichen Grenzen hinaus auszuleben.
Ich vergleiche das in Diskussionen immer mit dem Hausbau. Wenn ich fachlich solide ein Haus bauen will, dann brauche ich viele unterschiedliche Gewerke, wie beispielsweise einen Architekten, einen Tiefbauer, einen Maurer, einen Elektriker usw. Grob geschätzt brauche ich 20 bis 30 unterschiedliche Gewerke, die alle einen spezialisierten Fachbereich haben. Der Hausbau selbst dauert dann auch mehrere Monate. Wenn es ein Flughafen oder ein Bahnhof ist, können es auch schon mal Jahrzehnte sein.
Wenn ich Kosten sparen will, dann kann ich auch alles selbst an meinem Haus bauen und nur die kritischen Gewerke hinzunehmen. Der Nachteil dabei ist, dass ich das Mauern, Verputzen und Dachdecken erst einmal erlernen muss. Und jeder weiß, dass das Ergebnis, wenn man etwas zum ersten Mal macht, stark verbesserungswürdig ist. Oder anders ausgedrückt: Beim nächsten Mal würde man zehn Dinge anders machen. Oder so wie ich: Ich würde alles wieder einreißen und es von jemandem machen lassen, der weiß, wie es geht.
Wenn ich dieses Beispiel, bei dem ja unbestritten echte menschliche Hände erforderlich sind, auf ein Softwareprojekt übertrage, dann lässt sich die Power von AI am besten verstehen. Ich habe noch Assemblerprogrammierung an einem 8086 gelernt, mehr Basiswissen geht nicht. Mir hat damals echt der Kopf geraucht, weil das Debugging und der dazugehörige Programmkontext in meinem Kopf verarbeitet werden mussten. Wenn Hardware involviert war, dann wurde es noch komplexer, da die Hardware Teil des Kontexts war.
Zur gleichen Zeit habe ich aber beobachten können, wie junge Menschen Softwarefirmen in „Garagen“ gegründet haben und über die Zeit reich wurden. Da wurden Spiele und Software noch von Ein-Mann-Armeen gebaut! Mit den Jahren wuchsen die Anforderungen, da die Technik ebenfalls gewachsen ist. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem Einzelpersonen zeitlich nicht mehr konkurrieren konnten und die Entwicklerteams größer und größer wurden. Aktuell gibt es noch unzählige Softwareteams, die Bataillonsstärke haben. Sie beinhalten eine ganze Armada an Experten: Frontend, Backend, Scrum Master, Data Engineer, Testautomatisierer etc.
Welche Experten brauche ich denn heute noch? Ganz hart auf den Punkt gebracht: Wenn man es richtig macht, gar keinen mehr. Sam Altman hat irgendwann vor ein paar Wochen gesagt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es das erste Einmannunternehmen gibt, das einen Milliardenumsatz macht.
Da ich nicht sehr materialistisch bin, bewerte ich die Aussage aus einer anderen Perspektive: Dank AI sind wir zurück in der Ära der Einmann-Softwareentwicklung! Alle Softwareentwickler, die Großes im Sinn haben, können aus dem Office zurück in die Garage ziehen.
Ich denke an dieser Stelle, dass zukünftig nach wie vor Softwareentwicklung in Teams notwendig sein wird, der Schwerpunkt allerdings mehr auf der Qualifizierung und Validierung des Codes liegen wird als auf dem Handwerk selbst. Der Produktentwickler wird viel mehr in den Fokus rücken, weil er nun einen Baukasten hat, mit dem er mit wenig Fachwissen relativ schnell Produkte entwickeln oder vorhandene Produkte an die sich ändernden Marktbedürfnisse anpassen kann.
Mehr als Zeit sparen
Gerade im Austausch mit Kollegen und jüngeren Menschen stelle ich fest, dass das Potenzial von AI in einem anderen Kontext gesehen wird. Bei den meisten geht es eher darum – ich denke, das passiert unbewusst –, sich die Arbeit leichter zu machen. Sich also mehr Freizeit zu verschaffen.
Ich lasse ChatGPT die Hausarbeit für mich erstellen oder kompensiere Fachdefizite damit. AI ist ein legitimes Mittel dafür, und es sollte auch dafür eingesetzt werden. Warum sollte ich Lebenszeit mit Dingen verschwenden, die AI oder ein anderes System für mich übernehmen kann?
Für mich persönlich stellt sich aber darüber hinaus die Frage, wie mir AI dabei helfen kann, Dinge zu machen, die ich schon immer machen wollte, für die mir aber die entscheidenden Mittel – Zeit, Fachwissen und Geld – fehlen.
Die Frage habe ich oben mit dem Hausbau-Beispiel und mit der Abstraktion auf die Softwareentwicklung bereits beantwortet. AI gibt mir die Möglichkeit, wieder als Ein-Mann-Armee zu agieren und Softwareprojekte zu realisieren, für die ich normalerweise ein 20-Mann-Team und ein Jahr Entwicklungszeit brauche.
Da ich ein sehr komplex denkender Mensch bin, sind meine Ideen von Natur aus sehr kostspielig. Sowohl was die Zeit als auch die Investition angeht. Wenn ich nun mein Visual Studio Code öffne und meine Ideen einigermaßen formuliert bekomme, dann habe ich innerhalb weniger Stunden einen Prototypen gebaut, der mir zeigt, ob sich meine Idee umsetzen lässt oder nicht. Ich muss dafür nur rudimentäre Programmierkenntnisse haben.
Um alles, wofür ich früher ewig brauchte oder was mich abgelenkt hat (ich hasse GUI!!), kümmern sich nun Codex oder Claude – und zwar in einer Qualität und Geschwindigkeit, dass ich mich tatsächlich auf das Wesentliche konzentrieren kann.
Das ist, als wäre ich der Chef einer Softwarefirma. Ich habe eine Idee, rufe eine Teambesprechung ein, artikuliere meine Idee in Menschensprache und das Team kümmert sich um alles und setzt alles ohne zu nörgeln um. Wenn alles fertig ist, überprüfe ich das Ergebnis, und wenn mir etwas nicht passt, dann sage ich das frei Schnauze heraus und alles wird ohne „das wird aber ganz schön kompliziert“ oder „da sind wir bestimmt drei Monate mit beschäftigt“-Diskussionen anstandslos umgesetzt.
Genau aus diesem Grund kann ich AI nicht verteufeln. Mir ist bewusst, dass es Menschen gibt, die AI kriminell nutzen. Auch Staaten und Systeme bekommen mit AI ein Baukastensystem, mit dem Überwachung und Spionage auf ein neues Level gehoben werden. Aber mal ganz ehrlich, das war doch schon immer so und wird auch immer so sein. Egal, wie der technische Fortschritt in der Menschheitsgeschichte war, es ging immer darum, ihn für eigene Zwecke einzusetzen.
Soll ich mir deswegen die Freude nehmen lassen, kreativ zu sein? Soll ich deswegen das ganze Potenzial ungenutzt liegen lassen? Nein, warum?
Warum ich beginne
In den letzten zehn Jahren habe ich viel herumexperimentiert, habe eine Autobiographie geschrieben (ohne AI, hat ewig gedauert und na ja ...), habe ganz viele Softwareprojekte angefangen (C# und React), habe Musik produziert und tausend andere Dinge. Bis auf die Autobiographie blieb alles ohne nutzbares Ergebnis.
Damit jetzt nicht der Eindruck entsteht, ich vernachlässige meinen Job und meine Familie: Ich stehe jeden Morgen um 04:00 Uhr auf und investiere zwei Stunden in diese Projekte. Diese zwei Stunden sind mein Mindgym, und ich brauche diese Zeit für mein inneres Gleichgewicht.
Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist, warum ich a) fast nichts zu Ende bringe und b) wofür ich all das überhaupt mache.
A lässt sich wahrscheinlich dadurch erklären, dass ich meinen Kopf permanent fordern muss. In dem Moment, in dem ein Projekt die Designphase bzw. Prototypphase verlässt, also den kreativen Teil, fühle ich mich gelangweilt und unterfordert. Ich schleppe mich dann noch eine Weile weiter, aber mein Interesse schwindet stetig, und wenn ich einen neuen Impuls erhalte, dann zögere ich keine Sekunde und renne ihm dankbar nach.
B ist schon schwieriger zu beantworten. Ich hatte die Tage meine Autobiographie in den Händen und las ein paar Zeilen. Ich glaube, unbewusst mache ich mir viele Gedanken darüber, wie es ist, vergessen zu werden. Wenn mich heute jemand nach meinem Urgroßvater oder nach meiner Urgroßmutter fragt, dann kann ich nicht einmal ihre Namen nennen. Ich kenne weder ihre Geschichte noch ihre Vornamen. Das ist beschämend, oder? Ich meine, jeder Vorfahr hat einen Teil dazu beigetragen, dass ich so bin, wie ich bin, aber ich habe bis heute nicht verstanden, warum ich so bin, wie ich bin. Das eine hängt mit dem anderen zusammen, und wenn ich die Geschichte meiner Vorfahren kennen würde, dann würde die „Bin“-Frage nicht so viel Raum in meinem Leben einnehmen.
Mit der Akyao Toolbox trickse ich mich bei A mehr oder weniger selbst aus, denn jedes einzelne Tool ist wieder ein neuer Impuls und somit ein neues Projekt. Die letzten 10 % sind nicht so langwierig, sodass ich es auch abschließen kann, bevor mich ein neuer Gedanke unter der Dusche in eine neue kreative Phase schickt. Ich denke, B komme ich mit der Toolbox auch näher, denn ich mache etwas, was vom Herzen kommt und in mir eine tiefe innere Befriedigung auslöst. Die zwei, drei intensiven Stunden vor dem Rechner haben meditativen Charakter für mich, und die Energie, die ich da reinstecke, spart denjenigen, die die Toolbox benutzen, wertvolle Lebenszeit. Und daran wird sich das Universum immer erinnern.
Ein Projekt für mehr Lebenszeit
Unser aller Lebenszeit ist mit nichts aufzuwiegen. Die Akyao Toolbox soll Euch dabei helfen, Lebenszeit zu sparen. Viele kleine Aufgaben werden auch in Zukunft nicht zuverlässig und reproduzierbar von KI erledigt werden können. Dafür sind sie für KI-Projekte kommerziell zu unbedeutend, um dafür Modelle aufzubauen und zu pflegen. Die Akyao Toolbox soll genau diese Lücke füllen und noch vieles mehr.
Sagt mir, welche Tools Euch diese lästigen „Zwischenarbeiten“ erledigen können und Euch dadurch den digitalen Alltag erleichtern würden. Wenn es technisch möglich ist, setze ich diese für Euch mit dem Ziel um, Euch mehr Lebenszeit für kreative und erfüllende Projekte zu verschaffen.
Ich freue mich darüber, wenn Ihr mich bei diesem Projekt unterstützt, denn ich brauche das Gefühl, dass ich meinen Kopf für etwas Sinnvolles eingesetzt habe. Mein Traum ist ein kleines Haus am Meer, von dessen Arbeitszimmer aus ich über meine Monitore hinweg direkt aufs Wasser schauen kann. Wenn ich dann noch Berge auf der anderen Seite sehen kann, dann ist meine Seele angekommen.